Bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen Schlüchtern im kleinen Kreis standen zentrale Themen der Stadt- und Regionalpolitik im Fokus: Stadtentwicklung, Nahverkehr, Mobilität, Jugendbeteiligung und Klimaschutz.
Als Gäste konnten die Landesvorsitzende der Grünen Hessen, Julia Frank, und der grüne Spitzenkandidat für den Main-Kinzig-Kreis, Philip Schinkel, begrüßt werden.
„Wir wollen die Themen einmal aus verschiedenen Perspektiven betrachten – von der Landesebene über den Kreis bis hin zur Stadt Schlüchtern“, erklärte Günther Koch, Vorsitzender der Grünen Schlüchtern. „Dabei geht es uns nicht nur um große politische Linien, sondern auch um die ganz konkreten Fragen vor Ort.“
Ein Schwerpunkt lag auf der Stadtentwicklung und dem Wohnungsmarkt. Philip Schinkel betonte: „Für die Zukunft brauchen wir mehr genossenschaftliche Wohnprojekte. Sie ermöglichen bezahlbare Mieten, fördern das Miteinander und schaffen Chancen für selbstbestimmtes Wohnen – gerade im Alter oder für Frauen, die einen Neuanfang wagen.“ Auch setze er auf eine aktive Rolle des Kreises, der den genossenschaftlichen Wohnungsbau gezielt fördern könne. Die Verkehrsplanung müsse dabei parallel zur Stadtentwicklung gedacht werden: „Bebauung ohne Verkehrskonzept ist von gestern, meint Julia Frank, „wer attraktive Wohnräume schaffen will, muss auch an die Wege dorthin denken.“
Im Zusammenhang mit der Mobilität forderte Günther Koch eine bessere Taktung der Bahnverbindungen zwischen Frankfurt, Schlüchtern und Fulda: „Eine engere Anbindung an die Region kann Schlüchtern für junge Familien deutlich interessanter machen. Dafür brauchen wir einen offenen Dialog mit der Deutschen Bahn und die bestmöglichen Bedingungen für unsere Stadt.“ Ergänzend sprach sich Karin Nievelstein, grüne Stadtverordnete, für On-Demand-Mobilität nach dem Vorbild des „Carlos“-Modells aus: „Solche flexiblen Angebote sind wichtig für Schlüchtern, damit alle Menschen – ob in der Stadt oder in den Ortsteilen – mobil bleiben. Denn gute Mobilität bedeutet auch gesellschaftliche Teilhabe.“
Ein weiteres Thema, das den Grünen am Herzen liegt, ist die Beteiligung junger Menschen. „In rund 20 Prozent der Haushalte in Schlüchtern leben Kinder und Jugendliche, aber ihre Perspektive wird zu oft überhört, sie sind eine missachtete Minderheit“, sagte Günther Koch. „Wir wollen ihre Stimme stärken – ihre Ängste und Wünsche ernst nehmen und ihnen die Möglichkeit geben, sich projektbezogen im Stadtparlament einzubringen.“ Besonders wichtig sei, Räume zur Verfügung zu stellen und junge Menschen eigene Projekte umsetzen lassen: „Wer sich aktiv beteiligt, identifiziert sich auch stärker mit seiner Stadt.“
Abschließend richtete sich der Blick auf den Klimaschutz. Die Grünen Schlüchtern sehen darin eine doppelte Chance für Umwelt und Kommune. „Photovoltaik auf städtischen Gebäuden und Windkraft vor Ort leisten nicht nur einen Beitrag zur Energiewende“, so Lea Rüffer, grüne Stadtverordnete, „sie bringen auch Einnahmen in die Stadtkasse. Unser Fazit lautet daher: Wir Grünen bleiben dran – für eine nachhaltige, lebenswerte und solidarische Stadt Schlüchtern.“